ROMEO UND JULIA geht in die zweite Runde

Romeo liebt Julia im Domhof

vom 14. Juni 2015
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt, von Bert Schüttpelz

Mecklenburgisches Staatstheater startet seine Open-Air-Saison am Mittwoch mit Shakespeares berühmtem Liebesdrama.

Regiearbeit auf Plastestühlen: Christoph Bornmüller bringt Shakespeares großes Liebesdrama im Dominnenhof zur Aufführung.

Regiearbeit auf Plastestühlen: Christoph Bornmüller bringt Shakespeares großes Liebesdrama im Dominnenhof zur Aufführung. Foto: Franziska Pergande

Die Schweriner lieben Freilufttheater. Nicht nur die große Sommer-Oper auf dem Alten Garten ist ein Zugpferd, auch der kleinere Schauspiel-Ableger im Dominnenhof hat magische Anziehungskraft. Aufgeführt wird dort vom kommenden Mittwoch an das größte Liebesdrama aller Zeiten, Shakespeares Stück „Romeo und Julia“. „Es ist eine Wiederaufnahme der Inszenierung vom Vorjahr“, sagt Regisseur Christoph Bornmüller. „Das haben sich die Zuschauer und das Theater gewünscht. Denn im vergangenen Jahr waren sämtliche Vorstellungen ausverkauft – trotz der parallel laufenden Fußball-WM.“

Neues wird es dennoch geben, verspricht Bornmüller. Das liege in der Natur seiner Inszenierung. „Das Konzept für den Abend im Dominnenhof ist schon ein bisschen anarchisch angelegt. Die Akteure spielen sozusagen um ihr Leben“, fasst er zusammen und erläutert: „Es ist ein Spiel, Shakespeare liefert die Spielvorlage und wir setzen sie individuell um. Es gibt Stellen, die eng und genau gebaut sind, es gibt aber auch viele Freiräume für jeden Einzelnen. Das ist sicher sehr dünnes Eis, aber das macht ja auch den Reiz aus.“

Reizvoll ist Bornmüllers „Romeo und Julia“ in vielfacher Hinsicht: In erster Linie natürlich wegen Shakespeares grandioser Vorlage und des ewigen Themas Nummer 1 – der großen Liebe. Sicher aber auch durch den ungewöhnlichen Spielort und Bornmüllers sehr spezielle Inszenierung. Bei ihm wird auf einer Baustelle gespielt. „Baustelle hat was, sie ist immer eine Verbindung von Alt und Neu, ein Aufbruch zu etwas Neuem, so wie Romeo und Julia mit der verkrusteten Gesellschaft gebrochen haben“, sagt Bornmüller.

Die Zuschauer nimmt er mit, indem er sie auf Plastestühlen in der Baustelle platziert. „Wir spielen auf 25 Meter Breite hier im gesamten Hof, da gibt es keine schlechten Plätze, höchstens mal ungünstige Sichtweisen“, bemerkt er augenzwinkernd. Außer für John Carlson und Hannes Richter. Die Theatermusiker kommen in einen Bauwagen – weil ihre Instrumente vor Wind und Wetter geschützt sein müssen. „Die Musik ist für mich ein ganz wesentliches zusätzliches Element, das ins Geschehen eingreift, in Dialog mit den Akteuren tritt, dem Abend den Rhythmus gibt“, erläutert der Regisseur. Mit Carlson und Richter habe er dafür ideale Partner.

Premiere für „Romeo und Julia“ ist am 17. Juni um 20.30 Uhr. Es folgen 14 weitere Vorstellungen. Gespielt wird vom 18. bis 20. und 25. bis 27. Juni, 1. bis 4. und 8. bis 11. Juli jeweils um 20.30 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0385-5300123 und im Internet unter kasse@theater-schwerin. de.